Boxenstopp

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Der Weg von Deidesheim nach Frankfurt war ganz schön weit und das Goggo brauchte heute auch mal einen Tag Ruhe. Ja, auch ein Auto muss entschleunigen! Außerdem brauchte es noch eine neue Zündspule, eine Lösung für die extreme Hitze, die sich im Motor anstaut und noch 4-8 andere Dinge. So ein Goggo ist nunmal anspruchsvoller als ein Tamagotchi.

Also dann – die Ruhe soll es auch bekommen und so bleiben wir eine Nacht zuhause.

Ich bin gerade mal 2 Wochen nicht in meinem „normalen“ Leben, werde aber auf direktem Wege zurück katapultiert, als ich den Briefkasten aufmache. Briefe, mit einer ganz exakten Angabe der Frist und diversen Drohungen, wenn diese nicht eingehalten wird. Durch den Streik der Post, natürlich alle verstrichen.
Da stellt sich mir die Frage, ist es überhaupt möglich, in einem Land wie Deutschland sich einfach mal spontan für mehrere Wochen abzumelden? Offensichtlich nicht ohne Nachsendeauftrag. Und auf keinen Fall, wenn man es in irgendeiner Form mit dem Finanzamt zu tun hat. Wer mit 18 denkt, er ist ein freier Vogel und muss sich nun bei niemandem mehr abmelden – der hat offensichtlich falsch gedacht.

Mir stellt sich die Frage: Kann man überhaupt ohne To-do Listen auskommen? Wer in Deutschland lebt, muss einen Wohnsitz haben (wusste ich auch nicht – haben mir die Walz Leute erzählt), wer einen Wohnsitz hat, hat wiederum andere Verpflichtungen, denen er nicht entkommt und so geht es immer weiter. Es wird nicht geduldet mal nicht zu funktionieren, Fristen müssen einfach eingehalten werden. Und so hatte ich den stressigsten Tag meiner bisherigen Reise – der Grund: ich war zuhause.

Discussion1 Kommentar

  1. Ja, das ist so, leider.

    Wenn du einmal in der Tretmühle drin bist, kommst du da nicht wieder raus, und das insbesondere wenn du irgendwie selbständig bist und mit der Gewerbeanmeldung geht das dann gleich los. Da wird eine Endlosschleife von Verpflichtungen und Notwendigkeiten losgetreten, es ist einfach unglaublich.
    Ich persönlich schaffe es, mich für maximal 6 Wochen loszueisen und irgendwo in der Südsee oder in den Weiten der Mongolei meine persönliche Entschleunigung zu finden. Aber dann…. Auch mein Briefkasten quillt bei Rückkehr über und irgendwelche Zahlungstermine oder Fristen sind mit Sicherheit verstrichen. Und 4 Wochen Abwesenheit heißt hinterher 4 Wochen verschärftes Arbieten…
    Dennoch will ich nicht meckern. Das wäre Jammern auf hohem Niveau. Ich finde es ist ein Privileg, in Deutschland leben zu dürfen. Trotz aller dieser nervigen Verpflichtungen ist es mir persönlich möglich, mein Leben auf meine Art zu leben und mich von vielen Dingen, die ich nicht für wichtig halte, auszuklinken.
    Ich gehe jetzt gleich noch mal rüber zu den neu angekommenen Flüchtlngen aus Syrien und spreche mit denen mal über die wirklichen Probleme des Lebens.
    Wünsche dir auf deiner tollen Reise noch viele schöne Erlebnisse und interessante Begegnungen mit netten Menschen.

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